BLW: Honig, Nüsse, Eier, Fisch

*Honig: Roher Honig kann Sporen des Botulinumbakteriums enthalten. Diese Baktieren kommen ansonsten noch in verdorbenen Lebensmitteln (z.B. Fleisch-/Wurstwaren, nicht fachgerecht eingekochten Lebensmitteln oder Konserven) vor und verursachen eine lebensbedrohliche Vergiftung, den sogenannten Botulismus. Auch wenn die orale Aufnahme der Bakteriensporen, z.B. über Honig, äußerst selten zu einer Infektion mit anschließenden Vergiftungssymptomen führt, ist es ratsam seinen Säugling vor den gefährlichen Folgen einer Erkrankung zu schützen und rohen Honig erst zum Ende des ersten Lebensjahren bzw. erst nach dem ersten Geburtstag anzubieten, wenn die Darmreifung längst abgeschlossen ist. Denn diese Bakterien werden im Darm aktiv und der kleine Darm eines Neugeborenen bzw. eines erstmals feste Nahrung zu sich nehmenden Säuglings noch heranreifen muss und ohnehin vielen Aufgaben gegenüber steht.

*Nüsse/Nussprodukte/Erdnussbutter: Ganze oder grob zerkleinerte Nüsse sollten erst älteren Kindern (ab ca. 3+ Jahren) angeboten werden, da von ihnen eine wesentliche Erstickungsgefahr ausgeht. Nusshaltige Produkte (z.B. Kuchenteig) oder Erdnussbutter können an sich schon vorher angeboten werden. Es wird jedoch empfohlen auch damit bis nach dem zweiten Geburtstag zu warten.

*Kleie/Kleieprodukte: Die ballaststoffreiche Kleie ist eine Herausforderung für die Verdauung und kann die Aufnahme von wichtigen Nährstoffen wie z.B. Eisen oder Calcium erschweren oder verhindern. Kleie sollte daher dem unreifen Darm von Säuglingen vorenthalten werden.

*(Thun-)Fisch: Obwohl vor allem Thunfisch viele wertvollen Omega-3 Fettsäuren enthält, ist er auch schwermetallbelastet (Quecksilber!). Daher wurde 2004 seitens der EU-Kommission eine generelle Verzehrsempfehlung für schwangere und stillende Frauen sowie Säuglinge und Kleinkinder ausgesprochen: Es sollen nicht mehr als zwei kleine Portionen, d.h. 100g Thunfisch pro Woche gegessen werden.
Andere Fischarten sollten gemäß ihrer Handhabbarkeit eingeführt werden. Grätenfische sind eher zu meiden, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass die ein oder andere Gräte übersehen wird. Für eingelegte Fische gilt zusätzlich wie für alle Konserven/Fertigprodukte: Auf die weiteren Inhaltsstoffe achten und ggf. darauf verzichten.

*Eier: Unabhängig vom Alter des Kindes sollten angebotene Eier bzw. eihaltige Speisen immer durchgekocht sein. Das schließt das Eigelb mit ein! Eier können auf diese Weise schon ab Beikoststart angeboten werden.

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Babykeks! – Variation

Weihnachten steht vor der Tür und damit eventuell der Wunsch mehr als nur eine Sorte Plätzchen anzubieten. Dies gilt auch für den Babykeks! Eine kleine Versuchsreihe hat ergeben, dass sich der klassische Babykeks ganz einfach verändern bzw. ergänzen lässt.

Die Einkaufsliste:
* Fruchtmus (z.B. Apfelmark aus 100% Äpfeln, ohne Zusatzstoffe)
* weißes Mandelmus
* Trockenfrüchte (z.B. Aprikosen, Cranberries, Datteln, Feigen)
* Gries (z.B. Dinkelgries)

Der Babykeks wird wie gewohnt zubereitet. Ergänzend zum Gemisch aus Fruchtmus und Hafer können Mandelmus und/oder fein gehackte Trockenfrucht¹ kommen. Ebenso ist es möglich den Hafer durch z.B. Dinkelgries zu ersetzten, das Mengenverhältnis Fruchtmus zu Getreideprodukt bleibt dabei in etwa gleich. Die Masse sollte so beschaffen sein, dass das Fruchtmus gut von Hafer bzw. Gries gebunden ist, d.h. eher teigig denn flüssig ist. Auch dem Gries-Fruchtmus-Gemisch kann natürlich Mandelmus und/oder Trockenfrucht zugegeben werden. Die Backzeit verändert sich nicht.

Beobachtungen/Tipps:
Es reicht aus nur eine Sorte und eine kleine Menge Trockenfrüchte zu verwenden.
Kekse mit Mandelmus sind heller als Kekse ohne Mandelmus.

Fazit: Werden alle Änderungen bzw. Ergänzungen durchgeführt, ergibt das bis zu acht Varianten, die z.B. durch verschiedene Trockenfruchtsorten nochmal erweiterbar sind!
* Klasischer Babykeks oder Grieskeks
* Klassischer Babykeks oder Grieskeks mit Trockenfruchtstückchen
* Klassischer Babykeks oder Grieskeks mit Mandelmus
* Klassischer Babykeks oder Grieskeks mit Mandelmus und Trockenfruchtstückchen

¹Für das Grundrezept (ca. 16 Kekse) bedeutet dies die Zugabe von etwa: 3-4 gewürfelten Trockenfrüchten bzw. 2-3 EL Mandelmus.

Der Babykeks ist für Kinder ab dem ca. 9 Monaten geeignet. Die Entscheidung für oder gegen das Anbieten eines Babykekses sollte v.a. auch danach getroffen werden wie sicher der Säugling bereits mit fester Nahrung umgehen kann.

BLW: Künstliche Lebensmittelzusätze

Generell gilt: Je kürzer die Zutatenliste auf einem Produkt ist, desto akzeptabler ist es!
Denn jede Art von künstlichen Nahrungsmittelzusätzen wie z.B. Konservierungsmittel, Süßstoffe, Farbstoffe, Aromen, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker sollte vermieden werden.

Auf den Verpackungen müssen die Zusatzstoffe ausgewiesen werden. Dies geschieht entweder unter Nennung des Namens oder einer E-Nummer. Eine Liste der in der EU zugelassenen Lebenmittelzusatzstoffe findet sich bei Wikipedia in aller Ausführlichkeit, d.h. mit Name, Beschreibung und dem ADI-Wert (Acceptable Daily Intake = erlaubte Tagesdosis (ETD)). Dieser Wert benennt die Menge einer Substanz, z.B. eines Lebensmittelzusatzstoffes, die bei lebenslanger täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich betrachtet wird.

Ein Wort zu Fruchtzubereitungen: Es handelt sich (zwar) um verarbeitetes Obst, allerdings werdeb sowohl große Mengen Zucker (z.B. in Form von Glukosesirup), als auch Verdickungsmittel, Säureregulatoren und Aromen beigemengt. Auf der Zutatenliste muss angegeben werden ob es sich um eine Fruchtzubereitung handelt und wie hoch ihr Anteil ist, d.h. sie muss von der reinen Fruchtmenge unterschieden werden. Sollen Zusatzstoffe und Zucker beim Einkauf gemieden werden, macht es Sinn auf als Fruchtzubereitung ausgewiesene Joghurts u.ä. oder Fruchtzubereitung enthaltende Eissorten (z.B. Erdbeere) zu verzichten.

Da es unglaublich viele Zusatzstoffe gibt, kann hier lediglich eine kurze Übersicht mit weiteren Verweisen aufgeführt werden. Nicht alle in den verlinken Listen aufgeführten Mittel sind künstlich, einige kommen durchaus natürlich vor. Ein genauer Blick in die Listen lohnt sich!

Ein Hinweis vorab:
Seit Juli 2010 müssen Lebensmittel mit bestimmten Farbstoffen den Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“ auf der Packung tragen. Dies gilt für:
* Chinolingelb (E 104)
* Tartrazin (E 102)
* Gelborange S (E 110)
* Azorubin (E 122)
* Cochenillerot A (E 124)
* Allurarot AC (E 129)