Starke Schwäche

Wir sagen einander vieles nicht –
in der Absicht den anderen zu schützen.
Zeigen uns stark und unverletzlich,
obwohl jede weiß, dass es nicht so ist.

Mir ist das Spiel zu viel,
die Verantwortung wächst,
die Zuversicht schwindet.
Wenn ich dich nur wieder glücklich sähe, das wäre schon viel.

Du bürdest dir und mir zu viel auf.
Ich kann das nicht tragen
und meins noch dazu laden.
Ich brauche Raum und ich brauche Hilfe.

Kein aufgesetztes Lachen
und keine alten Sprüche.

Ich hoffe dein Glück ist noch nicht verloren
und mein Glück noch zu retten.
Ich hoffe wir können zusammen
wieder schwach sein und weinen
und wissen, dass wir uns immer haben.

Als Menschen mit Fehlern
und Menschen mit Kanten,
einander annehmen statt weiter
auf einem Bild rumzureiten,
dessen hohe Moral und überhöhte Darstellung,
jeden eingeschüchtert vertreibt, der es sehen muss.

Ich kann dir vieles gar nicht mehr sagen,
weil ich Klage und Gegenwind nicht ertrage.
Stärke nützt nichts,
wenn man Schwäche nicht kennt.

Und Schwäche ist Groß.
Mitgefühl, Tränen, Scheitern können
jeder ist schwach und kann damit gewinnen.

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Für Luna

Mondnacht
Es war als hätt der Himmel
Die Erde still geküsst,
daß sie im Blütenschimmer
Von ihm nun träumen müßt.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

(Joseph von Eichendorff)