BLW: Künstliche Lebensmittelzusätze

Generell gilt: Je kürzer die Zutatenliste auf einem Produkt ist, desto akzeptabler ist es!
Denn jede Art von künstlichen Nahrungsmittelzusätzen wie z.B. Konservierungsmittel, Süßstoffe, Farbstoffe, Aromen, Verdickungsmittel und Geschmacksverstärker sollte vermieden werden.

Auf den Verpackungen müssen die Zusatzstoffe ausgewiesen werden. Dies geschieht entweder unter Nennung des Namens oder einer E-Nummer. Eine Liste der in der EU zugelassenen Lebenmittelzusatzstoffe findet sich bei Wikipedia in aller Ausführlichkeit, d.h. mit Name, Beschreibung und dem ADI-Wert (Acceptable Daily Intake = erlaubte Tagesdosis (ETD)). Dieser Wert benennt die Menge einer Substanz, z.B. eines Lebensmittelzusatzstoffes, die bei lebenslanger täglicher Einnahme als medizinisch unbedenklich betrachtet wird.

Ein Wort zu Fruchtzubereitungen: Es handelt sich (zwar) um verarbeitetes Obst, allerdings werdeb sowohl große Mengen Zucker (z.B. in Form von Glukosesirup), als auch Verdickungsmittel, Säureregulatoren und Aromen beigemengt. Auf der Zutatenliste muss angegeben werden ob es sich um eine Fruchtzubereitung handelt und wie hoch ihr Anteil ist, d.h. sie muss von der reinen Fruchtmenge unterschieden werden. Sollen Zusatzstoffe und Zucker beim Einkauf gemieden werden, macht es Sinn auf als Fruchtzubereitung ausgewiesene Joghurts u.ä. oder Fruchtzubereitung enthaltende Eissorten (z.B. Erdbeere) zu verzichten.

Da es unglaublich viele Zusatzstoffe gibt, kann hier lediglich eine kurze Übersicht mit weiteren Verweisen aufgeführt werden. Nicht alle in den verlinken Listen aufgeführten Mittel sind künstlich, einige kommen durchaus natürlich vor. Ein genauer Blick in die Listen lohnt sich!

Ein Hinweis vorab:
Seit Juli 2010 müssen Lebensmittel mit bestimmten Farbstoffen den Warnhinweis „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen.“ auf der Packung tragen. Dies gilt für:
* Chinolingelb (E 104)
* Tartrazin (E 102)
* Gelborange S (E 110)
* Azorubin (E 122)
* Cochenillerot A (E 124)
* Allurarot AC (E 129)

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Veröffentlicht in BLW

2 Gedanken zu “BLW: Künstliche Lebensmittelzusätze

  1. War nicht auch das ‚Blau‘ (Zutat für die typische Waldmeister-Farbe und andere knallige Grüns und Blaus) richtig schädlich? Erinnere mich da mal was gelesen zu haben, dass davon lieber komplett die Finger gelassen werden sollten…

    1. Liebe Yulia,

      danke für deinen Kommentar!
      Ich habe schnell nachgelesen und drei zugelassene „Blau“-Farbstoffe gefunden:

      * Patentblau V (E 131)
      * Indigokarmin bzw. Indigotin I (E 132)
      * Brillantblau FCF (E 133)

      Wirklich unbedenklich ist – wie bei allen (künstlichen) Farbstoffen – keines davon. Jedoch gibt es zu ihnen keine explizite Warnung (wie zB für die im Blogpost gelisteten Farbstoffe).

      Patentblau ist der „klassische“ Blaufarbstoff für Süßes (z.B. Smarties und Fruchtgummi), Glasuren, Getränke (zB Blue-Curacao-Likör) bzw. zusammen mit Chinolingelb als „Grünfarbstoff“ in Waldmeistergetränken und Götterspeise. Er steckt aber auch in Arzneimitteln und bei bunten Ostereiern. Es gilt als unbedenklich, da in Untersuchungen festgestellt wurde, dass es nach oraler Aufnahme kaum vom Körper aufgenommen wird.
      – Man beachte, da steht „kaum“ und nicht „gar nicht“.

      Indigotin ist eigentlich genauso klassisch und wird zur Färbung von alkoholfreien Getränken, Likören, Süßem, Speiseeis, Teigwaren und Dragees verwendet. Es gilt zwar als unbedenklich, ABER; in längeren Fütterungsstudien haben sich Hinweise ergeben, dass in Verbindung mit Nitrit (aus anderen Lebensmitteln) Nitrosamine entstehen können.
      – Nitrosamine sind krebserregende Substanzen.

      Das Anwendegebiet von Brillantblau FCF ist ähnlich gestreut wie bei den anderen beiden Farbstoffen. Es gilt als unbedenklich (mit einem ADI-Wert von 0,1 mg/kg Körpergewicht). Auch hier sagt man, dass „der größte Teil“ des Farbstoffs unverändert ausgeschieden wird.
      – Was ist mit dem was von diesem „größten Teil“ übrigbleibt? Es soll wohl nachgewiesen worden sein, dass Brillantblau sich bei der Einnahme in extrem hohen Dosen in Nieren und Lymphgefäßen ablagert bzw. die Gefahr dafür besteht, dass es das tut.

      Für einen „Warnhinweis“ wie bei den im Blogpost genannten Farbstoffen hat es, wie gesagt, wohl (noch?) nicht gereicht, was aber nicht automatisch heißt, dass sie „bedenkenlos“ sind.

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